Die Einweihung in den Pfad der Dunklen Magie





Wenn wir uns entschieden haben, diesen Weg der Einweihung zu beschreiten, so sind wir irgendwann einmal gezwungen, uns mit dem Begriff, Wesen und Merkmal dieses Wortes tiefer auseinanderzusetzen.


Viele Orden oder auch Gurus nehmen für sich in Anspruch, Mittler höheren Wissens oder Bindeglied zu einer höheren Ebene respektive Wesenheit zu sein. In der Vergangenheit war dies z.B. bei der Golden Dawn der Fall, da diese ihre geheimen Oberen hatten, die ihren Willen den Mitgliedern des Ordens mitteilten.


Auch der Ordo Templi Orientis verfügte über einen so genannten Outer Head, also geistigen Führer des Ordens. Die Fraternitas Saturni mag hier ebenso als Beispiel herangezogen werden, denn die F.S. schuf sich einen Egregor, den sie GOTOS nannte (Gradus Ordinis Templi Orientis Saturni), aus der Kraft der psychischen und magischen Energien des Ordens, der wiederum durch die Energie und Gedankenkraft gespeist und genährt und damit am Leben gehalten wurde.


Die Einweihung ist der erste Schritt, hin zu einem magischen Bewusstsein. Während der Einweihungszeremonie wird freilich kein Wissen übertragen, vielmehr bezeichnet es den Beginn, ist also letztendlich der Scheidepunkt des bisherigen Lebens zu einer neuen Identität als Mystiker und Magier. Dabei wird in der Regel auch ein Pakt geschlossen. Zum einen und das ist das wichtigste, wird ein Pakt mit sich selbst geschlossen, indem der Aspirant sich selbst das Versprechen gibt, ins Dasein zu gelangen, zu werden und zu wachsen, seine psychischen Kräfte zu schulen und seine magischen Kräfte zu entwickeln.


n der Überlieferung der satanischen Orden ist es tradiert, dass zudem ein Pakt mit dem Fürsten der Finsternis geschlossen wird, wobei es sich hier aber nicht immer um den «Teufel» im Sinne der christlichen Tradition handeln muss. Zudem wird ein Pakt mit dem Hohepriester des Ordens als Stellvertreter des Fürsten der Finsternis geschlossen. Der Pakt kann auch mit Blut besiegelt werden, was nicht ungewöhnlich ist, denn das Blut ist schon seit jeher ein Träger der Lebenskraft und der magischen Energie.


Ein anderes Wort für die Einweihung ist «Initiation». Das Wort kommt aus der lateinischen Sprache und ist aus «in» und «ire» abgeleitet, was in der Übersetzung bedeutet: «Hineingehen» Es ist also die Bezeichnung für den Eintritt in einen neuen Lebensabschnitt. Weitere Begriffe die von Wichtigkeit sind:


   -  Weisheit

   -  Erkenntnis

   -  Entfaltung der magischen Fähigkeit


In der Initiation aber überwiegt der priesterlich-religiöse Aspekt; der Aspirant wird also in ein bereits bestehendes religiöses Gruppengefüge eingebunden und diese Zeremonie ist in einem mehr oder weniger feierlichen Rahmen abgehalten, da dem oftmals einmaligen Erleben einer Initiation damit Tribut gezollt werden soll. Normalerweise hat ein Magier nicht Initiationen am laufenden Band, sofern er nicht zu den Sammlern von Ordensmitgliedschaften gehört, von denen es auch nicht gerade wenige gibt. Diese Unart kann ich aber nicht nachvollziehen, denn jemand, der sich für einen bestimmten Weg entschieden hat, sollte soviel an Ernsthaftigkeit verfügen, sodass er sich über die Tragweite seiner Entscheidung bewusst ist. Und daher würde sich ein solches Verhalten bereits im Vorfeld ausschließen, da ein magischer Orden sich in der Regel grundsätzlich von einem Kegelclub unterscheidet (unterscheiden sollte).


Auch sehe ich Probleme bei der Vermischung von verschiedenen Paradigmen und Religionen, wiewohl die Paradigmenvielfalt aus chaosmagischer Sicht wünschenswert wäre. Allerdings gibt es nun doch kleine aber feine Unterschiede zwischen Satanismus und Chaosmagie, obwohl beides doch kompatibel ist.


Abgesehen vom priesterlichen Aspekt kann die Initiation natürlich noch angereichert werden mit magischen Aufgaben um eine Art von Prüfungscharakter zu schaffen, Damit soll dem Aspiranten dann noch einmal die Möglichkeit gegeben werden, sich und den künftigen Brüdern und Schwester der Ordensgemeinschaft eine Kostprobe des magischen Könnens zu geben und sich selbst daran zu erinnern, dass noch viel Arbeit bevorsteht, die in Angriff genommen und bewältigt werden muss.


Luciferischer Gruß



LaShTal NHSH 3.8.4