Der esoterische Sinn der Taufe





In den Religionen ist die Taufe einer der bedeutendsten Akte, da dadurch die Verbundenheit des Menschen mit dem jeweiligen göttlichen Prinzip zum Ausdruck kommen soll. Das hierbei verwendete Wasser hat hierbei gleich eine doppelte Bedeutung. Zum einen symbolisiert es die Materie und zum anderen ist das Vergießen des Wassers das «Ausschütten der göttlichen Essenz» auf das Individuum. Dadurch soll dem Individuum die göttliche Kraft bewusst und zuteil werden. Daher ist es auch ein Vorgang, der Initiation begründet, denn die Taufe ermöglicht es dem Menschen seinen Weg (in spiritueller Hinsicht) zu beschreiten und sich mit Gott oder einer höheren Kraft (dem Höheren Bewusstsein) zu verbinden und sich selbst als Teil des Höheren Bewusstseins und damit als Teil dessen und als Gott zu erkennen.


Durch die Taufe soll das schöpferische Prinzip, das jedem Menschen innewohnt, geweckt werden. Dabei ist es völlig unerheblich, welcher Glaube oder welcher Un-Glaube an die Taufe geknüpft ist. Der Mensch muss sich von dem Gedanken lösen, es gäbe nur einen «rechten Glauben» unter all den verschiedenen Religionen oder auch Glaubensformen. Der einzig «rechte Glaube» ist daher der Glaube an sich selbst und an die Macht des Individuums. Das ist die wahre Verkörperung des Geistprinzips. Die Religion an sich ist nur exoterisch. Der wahre Kern aber ist zwischen den Zeilen verborgen und somit allegorisch und bildhaft zu verstehen. Wenn man in Bildern und Metaphern denkt, dann ist das «Lesen» eines Buches oder Textes ohnehin interessanter, weil dann nicht der Eindruck erweckt wird, dass lediglich Buchstabenreihen aneinander geordnet sind und vor den Augen vorüberziehen, sondern man vielmehr eintaucht in die lebendige Materie des tieferen Seins. Die Taufe ist nicht nur ein christlicher Ritus. Sie war auch den Heiden schon als Sakrament und als esoterische Symbolik im Sinne eines höheren Bewusstseins durchaus vertraut. Die Ägypter kannten die Taufe ebenfalls. Horus wurde von einem Täufer namens Anup (Anubis) im Fluss Eridanus getauft. Nach der Taufe stieg Horus als Taube in den Himmel auf. So ist auch die Taube kein christliches Symbol, sondern ein ägyptisches Symbol für die göttliche Seele und den Ba-Vogel. Dass Horus danach als Falke dargestellt wurde, könnte zum einen daran liegen, dass er die typhonische Taube, also die dunkle Seite verkörpern soll. Aber was viel nahe liegender ist, das wäre der weitere Aspekt des Horus als Kriegsgott. Was liegt da näher, als ihn als Raubvogel darzustellen?


Das ist das ägyptische Äquivalent zu der Taufe des Jesus im Jordan durch Johannes den Täufer. So ist Anup die Entsprechung zu Johannes. Doch wird seitens der Christen oftmals der Fehler gemacht, die Bibel und ihre Erzählung als wortgetreu und historisch genau zu verstehen und nicht bildhaft. Den Tempelrittern wurde daher unterstellt, sie seien im Besitz des Hauptes von Johannes dem Täufer, der die Rolle des Baphomet einnehmen würde. Doch ist die Person des Johannes eine allegorische und keine historische. Eben genauso wie auch Anup dies ist. Denn Anup ist ein Anagramm und bedeutet in Wahrheit Anpu. Anpu wiederum ist der Name des Anubis, des Herrn der Duat, der Unterwelt und des Herrn von Amenti. Amenti bezeichnet pikanterweise die Erde. Amenti wird oftmals als das Reich der Toten wiedergegeben, was in dieser Hinsicht nicht ganz stimmt und auch wieder stimmt. Denn es handelt sich hierbei nicht um das Reich der Verstorbenen und damit das Jenseits, sondern vielmehr um das Reich der Toten und zwar im spirituellen Sinne. Im spirituellen Sinne sind die Menschen auf Erden, also die Lebenden, noch zu sehr mit der Materie (Amenti) verhaftet, als dass sie wirklich leben würden und zwar im Sinne des vollen Gottesbewusstseins. Daher wird dies erst der Fall sein, wenn der Mensch sich von der Materie (dem Körper) entbunden ist und dann als rein geistiges Wesen existiert. Auf Erden ist der Weg hierzu durch die Taufe möglich, denn Anup erfüllte damit die Menschen mit spirituellen Leben. Im spirituellen Sinne wandeln wir Lebenden noch im Reich der Toten und der „Blinden“, also den nicht Sehenden. Der „Blinde“ ist eine Umschreibung für denjenigen, dessen 3. Auge noch nicht geöffnet ist und der die tiefere Einsicht daher noch nicht erlangt hat. Shivas Auge muss daher noch geöffnet werden. Aus diesem Grund bedarf es der spirituellen Taufe. Aber nicht der Taufe im christlichen Kontext, denn diese Form der Taufe und die mit ihr verbundene Doktrin ist nur dazu geeignet, das 3. Auge zu verschließen und dem Menschen seines höheren Bewusstseins zu berauben, damit sich der Mensch zu einem möglichst stupiden Literalisten entwickelt, der die Bibel Wort für Wort nimmt und sich weigert, diese allegorisch oder als Metapher zu interpretieren. Denn aus diesen so genannten Literalisten lassen sich gezielt Fundamentalisten heranbilden. Deren Ziel ist die Erhaltung der Macht der Kirche und damit auch die Sicherung der Pfründe dieses „großindustriellen Unternehmens ohne jeglichen innovativen Weitblick“.


Horus ist in der ägyptischen Mythologie der eingeborene Sohn des Sonnengottes und als solcher der göttliche Funke, der die Welt erhellt oder erhellen soll. So ist er auch gleichzeitig der Zwillingsbruder von Seth, der die dunkle Seite, aber nicht minder wichtige Seite verkörpert. Seth ist daher die Emanation des Fleisches, des Lebens und der Materie, aber auch gleichzeitig des Todes und des Untergangs, denn nur so ist das Fortbestehen auf der geistigen Ebene möglich, die durch die Taufe eingeleitet worden ist. Im christlichen Kontext und dem gnostischen Denken wäre Lucifer der Zwillingsbruder des Jesus und somit dessen dunkler Aspekt. Dann erst würde Jesus als allegorische Figur Sinn machen, denn die Zwillingsbrüderdoktrin ist allen Sonnenreligionen zu Eigen, ist doch auch die christliche Religion eine Sonnenreligion, wiewohl dennoch nur ein Aufguss der früheren Formen. Im Jahre 345 musste Papst Julius die Sonnenreligion bzw. die Anbetung der Sonne explizit verbieten, da die Anbetung von Helios, dem Sonnengott noch weit verbreitet war.


Auch im Zoroastrismus existierte diese Zwillingsbrüderdoktrin, ist doch der Angra Mainyu (Zorniger Gott) der Zwilling des Ahura Mazda, des weisen Gottes. Angra Mainyu ist dem semitischen Jahwe nicht ganz unähnlich, da auch der JHVH des Alten Testaments ein eifersüchtiger und zorniger, rachsüchtiger Gott ist und dessen Verständnis von Liebe allenfalls rudimentär, nur soweit es ihm nutzt und daher geboten scheint. Zudem ist der Sohn, also sowohl Horus als auch Jesus immer die Vollendung der Dreiheit, wie diese auch schon in der hinduistischen Lehre der Fall ist, denn die Veden berichten ebenfalls von der Trimurti, obgleich hier die Weiblichkeit ganz fehlt:



Trimurti


Brahma - Vishnu - Shiva



In der Dreiheit der ägyptischen Glaubenslehre wird diese verkörpert durch:



Osiris



Isis . . . . . Horus




Isis ist hier die Entsprechung zur christlichen Maria, der Mutter Gottes. Obwohl diese doch sehr geläufige Bezeichnung eigentlich falsch ist, denn Jesus war nicht Gott, sondern Gottes Fleisch gewordener Sohn. Die christliche Dreieinigkeit kommt ganz ohne Weiblichkeit aus, denn Jesus ist ebenso wie auch Horus es war, der eingeborene Sohn Gottes. Das bedeutet, dass er nur durch einen Elternteil gezeugt worden ist, also durch den Vater und die Frau nur als das göttliche Gefäß diente. So war es schon bei den Ägyptern und natürlich ist es auch so bei der Nachfolgereligion, dem Christentum, geregelt. Aber wenn man die Mutter Gottes der Dreiheit hinzurechnet, dann entsteht die Quaternität (Vierheit) und erst diese ist der Ausdruck von Vollkommenheit.


Vater (Urprinzip)



Hl. Geist (Logos) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Sohn (Materie)




Fügt man die Mutter hinzu, verstärkt man das Element Materie und das Wort kann sich durch den Sohn offenbaren.


Die ägyptische Quaternität ist aber eine vollkommenere, da durch die Zwillingsbrüder Horus und Seth und die Mutter diese schon besteht. Würde man daher der Zwillingsbrüderdoktrin der Gnostiker Rechnung tragen, also dass Jesus und Luzifer Zwillingsbrüder seien, so ergäbe sich dann schon eine Fünfheit.


Der esoterische Sinn einer satanischen Taufe ist im Prinzip derselbe, wie er es auch in den anderen Religionen oder Glaubensrichtungen durchgeführt wird. Nur mit dem Unterschied, dass diese heidnische Taufe erst im Erwachsenenalter erfolgt und der Mensch sich dann ganz bewusst für diesen Weg entscheiden kann. Die Alten waren der Meinung, dass ein Mensch sich seiner Seele erst bewusst wird, wenn er das Alter von 12 Jahre Jahren erreicht hat. Darum ist auch die Rede von Jesus, der mit 12 Jahren im Tempel verblieben ist und sich so erst seines Weges bewusst wurde. Mit zwölf Jahren beginnt die Pubertät und der Knabe/das Mädchen verliert langsam seine Unschuld, soweit er diese schon einmal besaß und taucht allmählich ein in das Leben eines Erwachsenen und damit das Leben an sich. Denn ab diesem Zeitpunkt erwachen auch die Triebe und er beginnt, neue Seiten an sich zu entdecken. Aus der ehedem „göttlichen Einheit“ wird nunmehr eine diabolische Zweiheit, denn der Mensch wird auf eine gewisse Weise entzweit und der Diabolus ist bekanntlich der Teiler, der, der trennt. Dieses ist auch der tiefere, der verborgene Sinn, wenn Jesus sagt, dass Satan die Welt beherrscht. Erinnern wir uns an Anup und das Reich von Amenti, das die Erde repräsentiert. Wenn wir also zu der göttlichen Einheit gelangen wollten, dann müssten wir nicht die Triebe und Instinkte unterdrücken, sondern diese gerade leben, genießen und vorbehaltlos zulassen.
Erst durch diese Hingabe kann der Mensch in seinem Individuationsprozess voranschreiten und sich überhaupt erst entwickeln. Learning by doing.


Luciferischer Gruß



LaShTal NHSH 3.8.4