Krokodil-Exclusiv-Interview mit Frater LaShTal-NHSH 3.8.4.

vom satanischen Orden „Ordo Templi Luciferi“

im Dezember 2004




Der erste Kontakt


Wie gestaltet man, als Kritiker, den ersten Kontakt zu einem satanischen Orden?

Welche Verhaltensweise ist die Richtige und wie kann man das gegenseitige Misstrauen so beiseite

lassen, dass es keinen negativen Einfluss auf den Verlauf hat?

Das sind die Fragen, die ich mir stellte, bevor ich mich an den Gründer und Leiter des satanischen

Ordo Templi Luciferi “ wandte und um ein öffentliches Interview bat.

(1)

Nun hatte ich schon einige solcher Kontakte, auch zu anderen satanischen Ordensmitgliedern und

auch zu anderen Gruppen hinter mir, aber diese Fragen stellte ich mir immer wieder.

Im Falle des „ Ordo Templi Luciferi “ entschied ich mich zu folgender Vorgehensweise: Provoziere, aber

begegne dem Gegenüber mit Respekt.

Ich schickte also eine E-Mail an „ Caput Draconis “, der Kontaktadresse des Ordens und provozierte

direkt den Gründungs-Frater LaShTal-NHSH 3.8.4. mit den Einstiegsfragen:

Ist das nun ein Spaßorden oder steckt was richtiges dahinter?“ und der Frage: „Ist der Frater echt

oder erfunden?“

Meine weiteren Einstiegsfragen bezogen sich auf die Ideologie des Ordens und die, meines

Erachtens, spärliche Internetpräsenz.

(2)


Am 03. Dezember 2004 meldete sich Frater LaShTal-NHSH 3.8.4. persönlich zu Wort.

Bei dem „ Ordo Templi Luciferi “ handle es sich um “ keine Spaßgesellschaft ” sondern um einen „ relativ

ernsthaften Orden “, wurde mir mitgeteilt.

Der eigentliche Sitz des Ordens sei in München / Bayern.

Der „Frater“, so liess er mich wissen, „ sei aus Fleisch und Blut “ und „ hocke gerade am PC “.

Er habe von dem bekannten Frater Eremor vom „Current of Set“ seine Initiierung erfahren und den

O.T.L. am 10. Oktober 2003 unter Vollmond und anlässlich seines Geburtstages gegründet.

(3)


Der Orden sei nach dem „ luziferischen Prinzip “ konzentriert und an „ keinerlei Ideologie “ angelehnt.

Dies bedeute lediglich, dass sich der O.T.L. „ an keiner Ideologie orientiere und jeder glauben, tun und

lassen kann, was er mag .“

Dabei orientiere man sich auch nicht an die Ideologie des Satanistengründer Anton Szandor LaVey da

ihm diese Statements „ etwas zu misanthropisch seien “.

Und man orientiere sich auch nicht an „Good Old Alick“ (Anm.: Aleister Crowley), der „ niemals

Satanist, sondern vielmehr Schwarzmagier “ war.

Der Sinn läge darin ein „ eigenes Forum zu haben und zum anderen auch gemeinsame Rituale zu

zelebrieren.“

Auch jede andere Form „ der Magie ist willkommen, solange es sich nicht um Weißlicht “ handle, so der

Ordensleiter.



Eigene Schriftenreihen gibt der „ Ordo Templi Luciferi “ nicht heraus, so erfuhr ich, denn „ orientieren soll

man sich an sich selbst“ .


Es gäbe weder ein Gradsystem noch Prüfungen.

Anfangs habe er, Frater LaShTal-NHSH 3.8.4., sich überlegt, ob es denn sinnvoll wäre ein

Gradsystem festzulegen.

Aber dann sind wir übereingekommen, dass wir es locker handhaben. Jeder darf im Prinzip alles

machen, was er möchte. Sei es Ritualleiter oder MT oder was auch immer.“


Die Ordensmitglieder seien ja schliesslich „ keine Herdentiere sondern Individualisten “.

Wenn er, Frater LaShTal-NHSH 3.8.4. jemand anderen vorgebe, was er zu glauben habe,

welch ein schreckliches Wort “, dann könne er genauso „ eine Kirche gründen und sich anbeten

lassen!

Als Ordensmitglied sei jeder Interessierte willkommen, sofern es sich nicht um eine „ Karteileiche

handle. Dabei sollte er aber das 18. Lebensjahr „ schon vollendet haben “.


Die signalisierte Bereitschaft


Zu einem ausführlichen und öffentlichen Interview, so begannen unsere ersten Kontakte, wäre der 40-

jährige Frater LaShTal-NHSH 3.8.4. bereit, jedoch unter einigen Voraussetzungen.

Die wichtigste Bedingung war, dass in diesem Beitrag sein Klar-Name nicht Erwähnung finden darf, da

er selbst im Berufsleben stehe und er, wenn sein Name bekannt würde, hieraus Nachteile befürchte.

An diese Bedingung möchte ich mich hier auch halten.

Die Frage zur Mitgliederzahl mochte Frater LaShTal-NHSH 3.8.4. nicht beantworten, da diese intern

sei und selbst Eremor vom „Current of Set“ ihm seine Mitgliederzahlen nicht nenne.

Das heisst, satanische Orden halten ihre Zahlen gegenüber anderen Orden geheim.

Nun, dachte ich mir, vielleicht kann ich ja im Interview trotzdem etwas darüber herauslocken.

Frater LaShTal-NHSH 3.8.4. wies am Ende des Interviews darauf hin, dass dieses Interview zwar

lediglich von ihm beantwortet wurde, aber dass seine Aussagen die Meinung der anderen des Inneren

Kreises wiederspiegeln.


Wir bedanken uns auf diesem Wege nochmals bei Frater LaShTal-NHSH 3.8.4., dem

Ordensgründer des „Ordo Templi Luciferi“ für die Beantwortung unserer Fragen.



Das vollständige Interview lesen Sie jetzt:

(4)


Aufklärungsgruppe Krokodil: Welche Bedeutung haben die Kürzel in ihrem Fraternamen?


Frater LaShTal-NHSH: Der Name setzt sich zusammen aus: Lamed, Shin Thet und Aleph.

Diese drei Buchstaben symbolisieren die weibliche Säule der Strenge, die des Bewusstseins und die

männlich Säule der Gnade.

Diese Aspekte fliessen in der Säule des Bewusstseins zusammen.

Die Buchstaben Shin und Thet stehen für Shaitan und haben genauso wie die anderen Buchstaben

den Zahlenwert 31.

Die Gematrie, ein wichtiger Teil der Kabbala besagt, dass alle Wörter mit dem selben Zahlenwert

einen Bezug zueinander haben.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Seit wann interessierten Sie sich für Satanismus?


Frater LaShTal-NHSH: Für Magie interessiere ich mich bereits seit dem 12. Lebensjahr.

Satanist wurde ich im Alter von ca. 18 Jahren.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Wie kam es zu der geistigen Wende?


Frater LaShTal-NHSH: Zu der geistigen Wende kam es, als ich mit erstmals richtig mit dem Glauben

auseinandergesetzt habe. Es gab auch mal eine Zeit, in der ich mit Begeisterung Ministrant war (8

Jahre).



Aufklärungsgruppe Krokodil: Aus dem, aus dem Jahr 2001 stammenden Buch: „Im Kraftstrom

des Satan-Set“, von Frater Eremor Phönix NVR, dem Begründer des „Current of Set“

(5)

schrieben Sie zum Autor und machten auch einige Aussagen zu sich selbst.

Sie teilten mit, dass Sie, während ihrer Zeit der Sinnsuche im satanischen Umfeld immer nur

auf Leute trafen, die Aleister Crowley „ einen Hausaltar errichtet hatten “ und die immer sehr

genau wussten, was gut für Sie war.

Auf welche Ordo Templi-Orientis-nahen (OTO) Orden bezogen sich diese Aussagen?


Frater LaShTal-NHSH: Dazu kann ich nichts sagen, weil ich kaum andere Orden näher kenne.

Es orientieren sich aber trotzdem viele an „Good Old Alick“.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Aus den, von Ihnen gemachten Aussagen , könnte man

(5)

schließen, dass die Sichtweise dieser Orden nicht die Ihre vertrat und dass in den genannten

Orden die Mitglieder eine Bevormundung erfahren und nicht frei in ihrem Denken und Handeln

sind. Ist das so?


Frater LaShTal-NHSH: Meines Wissens ist das so.

Es soll Orden geben, die verlangen, dass man an Satan als Wesenheit glauben muss.

Inwieweit es andere Vorgaben gibt, ist mir nicht bekannt.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Können Sie Beispiele dafür geben, warum Sie sich durch diese

Orden in ein Schema gepresst fühlten?


Frater LaShTal-NHSH: Ich bin ein Individualist und ordne mich nicht gerne unter.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Sie lernten auf ihrem weiteren Weg „unverbindliche

Kennenlernrituale verschiedener „Großorden“ kennen.

Welche „Kennenlernrituale“ waren das?

(5)

Waren das in der Hauptsache Rituale der „Schwarzen Magie“?


Frater LaShTal-NHSH: Kennenlernrituale verschiedener Großorden habe ich nie mitgemacht.

Im übrigen ist Schwarze Magie sehr definitionsbedürftig.

Solche Verehrungsrituale stehen für keine Schwarze Magie, sondern vielmehr eine Pervertierung

christlicher Rituale. Richtige Schwarze Magie sieht anders aus.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Sie beschrieben, dass Eremor Ihnen zeigte, dass es

Möglichkeiten gibt, sich einen eigenen Zugang zu erschaffen, einen ohne Großmeister, einen

ohne Orden, einen ohne Eremor. Und sie fanden ihren Zugang durch das Tor des „Current of

Set“. )

(5

Wann trafen Sie auf den „Current of Set“ und wie fanden Sie ihn?


Frater LaShTal-NHSH: Auf den Current of Set traf ich 2001.

Gefunden habe ich ihn durch das Buch von Eremor.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Was war am „Current of Set“ so anders als zu anderen Orden?


Frater LaShTal-NHSH: Ich hatte ein gutes Gefühl als ich Eremor kennen lernte und es hat sich

bestätigt. Hier gibt es keine Vorgaben und keine Verpflichtungen, kein Übermenschengehabe oder

sonstiges.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Was unterscheidet Frater Eremor Phönix NVR zu anderen?


Frater LaShTal-NHSH: Es unterscheidet ihn sein liebes Wesen.

Andere kenne ich nicht so gut.


Aufklärungsgruppe Krokodil: War er Ihr Vorbild? Was gab er Ihnen mit auf den Weg?


Frater LaShTal-NHSH: Vorbild ist er keines und er gab mir nur mit auf den Weg, dass ich so bleiben

soll, wie ich bin. Wir sind einfach sehr gute Freunde geworden.



Aufklärungsgruppe Krokodil: Sie verließen den „Current of Set“ ja nie ganz sondern sind auch

heute noch Mitglied. Gibt es also enge Verbindungen zwischen dem „Current of Set“ und dem

von Ihnen gegründeten „Ordo Templi Luciferi“?


Frater LaShTal-NHSH: Der O.T.L ist anders wie der „Current of Set“ luziferisch aufgebaut.

Dies unterscheidet ihn schon mal.

Allerdings sind manche Mitglieder des „Current of Set“ auch im O.T.L.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Gibt es gemeinsame Veranstaltungen?


Frater LaShTal-NHSH: Gibt es nicht.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Von Ihnen kam 2001 die Aussage: „Ich will keinen Orden. Ich will

keine, zugegeben eindrucksvollen, Gruppenrituale. Ich will meinen Satanismus leben“ .

(5)

Sie äußerten mir gegenüber aber eingangs, dass es sich beim „Ordo Templi Luciferi“ um keine

Spaßgesellschaft“ handelt, sondern um einen relativ ernsten Orden.

Warum also die Wandlung nun doch einen eigenen Orden am 10.10.2003, ihrem Geburtstag, zu

gründen?


Frater LaShTal-NHSH: Bei jedem findet manchmal ein Prozess des Umdenkens statt.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Sie haben Ihren Orden auf das luziferische Prinzip konzentriert.

Der Orden ist – laut ihrer Eigendarstellung auf der Webseite- an keinerlei Ideologie angelehnt.

Der Satanist Anton Szandor LaVey, so schilderten Sie mir eingangs, wird vom „Ordo Templi

Luciferi“ abgelehnt, da ihnen diese Statements etwas zu misanthropisch sind.

Gilt diese Ablehnung also auch für die Church of Satan?


Frater LaShTal-NHSH: La Vey ist Gründer der Church of Satan.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Lehnt also der „Ordo Templi Luciferi“ rigoros

Menschenfeidlichkeit ab?


Frater LaShTal-NHSH: Ja.

Aufklärungsgruppe Krokodil: Mir gegenüber machten Sie die Aussage, dass Ihr Orden sich

auch nicht an „Good Old Alick“ also Aleister Crowley, orientiert, da dieser niemals Satanist,

sondern vielmehr Schwarzmagier war.

Heißt dass, es findet auch keine Orientierung an Schriften von Aleister Crowley in ihrem Orden

statt?


Frater LaShTal-NHSH: Zu der Frage bezüglich Aleister Crowley möchte ich sagen, dass es natürlich

eine Person ist, die jeden der sich entschliesst " Magier " zu werden, irgendwo beeinflusst.

Zumal es eine sehr schillernde Persönlichkeit war.

Allerdings war er meiner Meinung nach auch ein ziemlicher Aufschneider und Blender.

Aber er war auch jemand, der die Magie reformiert hat und dafür gesorgt hat, dass auch andere

neugierig werden und sich mit dieser faszinierenden und interessanten Materie beschäftigen.

Insoweit hat er auch mich beeinflusst. Mein magischer Name ist auch eine von ihm entwickelte

Formel, die ich aber auf meine Art und Weise interpretiere und demnach Zugang dazu gefunden

habe. Aber dennoch versuche ich, meine eigene Magie zu kreieren.

Dies hört sich zwar vielleicht etwas hochtrabend an, ist aber der eigentliche Sinn.

Man soll sich aus jeder Art von Magie das herauspicken, was einem als sinnvoll erscheint und auf sich

zuschneidern.

Die Magie soll zu einem passen, wie ein Maßanzug.

Meine Absicht ist es, dass jedes Mitglied konstruktiv eingebunden wird und dadurch eine eigene Art

von Magie geschaffen werden kann, die unabhängig von jedem Aussenstehenden ist.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Auf der Webseite des „Ordo Templi Luciferi“ heißt es, dass sie

keine Philosophie verfolgen, sich an keiner Ideologie orientieren.

Auch in unserer Eingangs-Diskussion betonten Sie dieses.

Heißt das also: jeder kann glauben, tun und lassen was er w ill?


Frater LaShTal-NHSH: Ja.



Aufklärungsgruppe Krokodil: Wenn dass so ist, warum braucht man dann den Beitritt zu einem

Orden wie dem O.T.L.?


Frater LaShTal-NHSH: Man braucht ihn nicht. Er ist nur ein Forum für Leute, die das WOLLEN.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Eingangs unseres Gespräches meinten Sie, dass es

Schriftenreihen in Ihrem Orden nicht gibt. Orientieren soll man sich an sich selbst.

Sie wollen keine Herdentiere haben, darum sind die Mitglieder des OTL ja Individualisten.

Wie erlernen die Mitglieder dann ihren Pfad zur Schwarzen Magie?


Frater LaShTal-NHSH: Entweder gibt es gemeinsame Rituale oder er tut das, das ist der ideale Weg,

für sich alleine und holt sich anderswo, z.B. in der Interaktion mit Gleichgesinnten Inspiration.

Diese Gleichgesinnten müssen auch nicht zwangsläufig Satanisten sein, sondern können auch aus

einem anderen Genre kommen.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Wie ist der „Ordo Templi Luciferi“ aufgebaut?

Gibt es einen Inneren Kreis?

Besteht dieser aus den Gründungsmitgliedern oder haben sich bereits andere darin etabliert?


Frater LaShTal-NHSH: Der Innere Kreis enthält lediglich die Gründungsmitglieder.

Der Innere Kreis ist der einzige feste Kern. Alle anderen können nur in den Äußeren Kreis.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Wie viele Personen zählt dieser Innere Kreis?


Frater LaShTal-NHSH: Hierzu mache ich keine Angaben.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Wie alt sind die Personen im Inneren Kreis?


Frater LaShTal-NHSH: Alle Personen sind im Alter von 28 bis 50 Jahren. Ich selbst bin 40.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Gibt es dort auch einen Frauenanteil? Wenn nein: Sind Frauen im

Inneren Kreis nicht gewünscht oder woran liegt dies?


Frater LaShTal-NHSH: Frauen sind deshalb nicht im Inneren Kreis, weil es zum damaligen Zeitpunkt

keine Frau gegeben hat, die dafür Interesse gezeigt hat.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Gibt es weitere Kreise außer dem Inneren und dem Äußeren

Kreis?


Frater LaShTal-NHSH: Nein.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Wie ist das Verhältnis von Männern und Frauen im O.T.L.

prozentual?


Frater LaShTal-NHSH: Derzeit sehr schlecht. Aber es laufen Bestrebungen, die Frauenquote zu

erhöhen.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Wie will man das erreichen?


Frater LaShTal-NHSH: Das mit der Erhöhung des Frauenanteil darf man nicht ernst nehmen.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Sie waren in verschiedenen Ordensstationen, lässt sich eine

Aussage dazu machen ob mehr Männer sich für den Satanismus interessieren oder mehr

Frauen?


Frater LaShTal-NHSH: Nein. Es gibt sehr viele Frauen, die sich dafür interessieren.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Sie sagten mir Eingangs unserer Konversation, dass Sie keine

Aussage zur Anzahl ihrer Mitglieder machen wollen, denn die Mitgliederzahl halte selbst der

Current of Set“ vor Ihnen geheim.


Da muss ich etwas provokant fragen: Warum will ein satanischer Orden nicht, dass seine

Größe bzw. sein Zulauf bekannt wird? Was soll diese Geheimniskrämerei?

Hat man Angst davor, sich bei der Nennung der Mitgliederzahl eventuell bei anderen Orden

lächerlich zu machen, wenn diese Zahlen etwa zu klein sind?


Frater LaShTal-NHSH: Nein. Aber jeder hat seine Geheimnisse. Was würde es ihnen nützen, wenn

ich Ihnen übertrieben hohe oder niedrige Zahlen mitteilen würde.

Deshalb sage ich gar nichts.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Der “Ordo Templi Luciferi”, so sagten Sie mir ebenfalls, ist ein

offener Orden, der jeden Interessierten willkommen heißt, sofern es sich um „ keine

Karteileiche handelt “. Weiterhin hat er keine Altersbeschränkung, lediglich das 18. Lebensjahr

sollten die Leute schon vollendet haben.

Wenden sich auch Personen jüngeren Alters manchmal an die Kontaktmail ihres Ordens?


Frater LaShTal-NHSH: Nein, bis dato noch nicht. Sämtliche Interessenten waren nahezu 30 Jahre alt.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Kommt das oft vor, dass sich jüngere Personen an den O.T.L.

wenden?


Frater LaShTal-NHSH: Nein. Außerdem gibt es auch viele Spinner oder nur Neugierige, die sich mal

kurz interessieren oder Infos haben wollen.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Wie kontrollieren Sie diese Altersbeschränkung? Wie sieben Sie

beispielsweise die Jugendlichen aus?


Frater LaShTal-NHSH: Das ist zugegebenermaßen schwer.

Aber Aufnahme findet man nur durch Initiation. Daher ist vorheriges Kennen lernen erforderlich.

Im Zweifelsfall gibt es auch noch den Personalausweis.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Sie erklärten mir auf meine Eingangsfragen, dass Sie sich

Anfangs überlegt haben, ob es denn sinnvoll wäre, ein Gradsystem festzulegen.

Aber dann seien die Gründungsmitglieder und auch Sie übereingekommen, dass man es ganz

locker handhaben sollte. So darf im Ordo Templi Luciferi im Prinzip alles machen, was er

möchte. Sei es Ritualleiter oder MT oder was auch immer.

Ist so eine Regelung nicht gefährlich?

Wie will man dann seinen Orden noch vor ungewünschten Prozessen „reinhalten“?


Frater LaShTal-NHSH: Von welchen Prozessen reden sie? Für mich ist es wichtig, dass jeder das

Gefühl hat, wirklich integriert zu sein.

Außerdem haben wir uns dem Prinzip des Werdens verschrieben und das kann nur dadurch erreicht

werden, dass man sich selbst einbringt.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Wird die Ritualpraxis vom Inneren Kreis überwacht?

Gibt es Richtlinien?


Frater LaShTal-NHSH: Richtlinien gibt es nicht, solange alles im gesetzlichen Rahmen verläuft. Alles

andere lehnen wir ab.


Aufklärungsgruppe Krokodil: In satanischen Orden werden gemeinsame Rituale zelebriert.

Hat die Ritualpraxis im O.T.L. einen „gewachsenen“ Stamm, dass heisst: sind diese Rituale in

Anlehnung an irgendwelche Literatur erarbeitet?


Frater LaShTal-NHSH: Natürlich nimmt man Literatur zur Inspiration.

Aber dann pickt man sich überall das geeignete heraus.

Ich betone es noch einmal. Es gibt keine Ideologie!


Aufklärungsgruppe Krokodil: Im „Ordo Templi Luciferi“ ist auch jede andere Form der Magie

willkommen, solange es sich nicht um „Weißlicht“ handelt, so sagten Sie mir.

Lehnt der OTL also alle Aspekte der sogenannten „Weißen Magie“ ab und zelebriert er sie auch

nicht?



Frater LaShTal-NHSH: Nein!

Weißlicht ist für mich ein Begriff für Esoteriker und gelangweilte Hausfrauen, die meinen,

sich mit Reiki und anderen beschäftigen zu müssen.

Obwohl ich selbst Interesse an Reiki habe. Aber es passt nicht in unsere Arbeit.

Ebenso wenig wie Wicca. Ich will halt nicht Ringelreihe am Feuer tanzen.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Welche Literatur wäre für Sie total verpönt?

Was ist für Sie die ablehnenswerteste Literatur die mit dem Orden nicht in Verbindung

gebracht werden sollte.


Frater LaShTal-NHSH: Konsalik.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Der Sitz des Ordens ist München. Gibt es über Bayern hinaus

Mitglieder des „Ordo Templi Luciferi“, also über die Landesgrenze Bayerns hinaus?


Frater LaShTal-NHSH: Ja, in mehreren Bundesländern.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Gibt es Schwerpunktländer innerhalb Deutschlands in denen der

Ordo Templi Luciferi“ besonders stark vertreten ist?


Frater LaShTal-NHSH: Natürlich in Bayern, auch in Hessen und Nordrhein-Westfalen.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Aus Ihrer Erfahrung heraus, da Sie ja in verschiedenen Orden

Einblick gewonnen haben, gibt es ein Bundesland oder auch bestimmte Bundesländer in

denen satanische- oder auch okkulte Orden besonders überdimensional vertreten sind?


Frater LaShTal-NHSH: Vielleicht in Nordrhein-Westfalen. Vielleicht auch anderswo.

Diese Frage ist sehr schwer zu beantworten.

Allgemein gilt das Ruhrgebiet als Hochofen Satans.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Woran liegt das Ihrer Meinung nach, dass sich solche

Schwerpunkte bilden?


Frater LaShTal-NHSH: Vielleicht an Orientierungslosigkeit und mangelndem Misstrauen in Politik und

Kirche. Der soziale Status spielt auch eine Rolle.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein hoher Prozentsatz aus sehr gebildeten Verhältnissen

kommt und auch sehr viele Akademiker vertreten sind.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Orientiert sich der O.T.L. an die Theorie des „Kraftstrom des Set“

so wie von Frater Eremor beschrieben?


Frater LaShTal-NHSH: Nein. Das Einzige was uns verbindet ist, dass es in keinem Orden eine

Strukturierung gibt.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Nach Frater Eremor ist der Kraftstrom die „ dynamische Kraft, die

Wachstum ermöglicht “ und dies unabhängig von zeremonial-magischen Systemen.

(6)

Wie erlebten Sie persönlich dieses Wachstum?


Frater LaShTal-NHSH: Durch mehr Freude am Leben, Inspiration und, sie werden es nicht glauben,

Positives Denken.

Satanismus muss auch nicht schlecht sein. Ich bete ja nicht das Böse an.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Dieser „Kraftstrom“ beinhaltet für den Initiant, dass es zu einem

Pakt kommt. Einen Pakt nicht mit der Organisation oder anderen Menschen.

Lapidar gefragt also: Haben Sie sich dem „Teufel“ verschrieben?


Frater LaShTal-NHSH: Nein, mir selbst. Der Pakt ist nur ein Synonym für das Versprechen, das man

sich selbst gibt. Das Werden.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Wie zeigen sich die Kontraste vom „Ordo Templi Luciferi“ zum

Christentum?



Frater LaShTal-NHSH: Der Orden lehnt das Christentum nicht ab und respektiert es sogar. Daher

wollen auch wir Respekt erfahren.

Es muss ja nicht jeder dieselbe Denkweise oder religiösen Ansätze haben.

Der einzige Kontrast ist, dass jeder sein eigener Gott ist und nicht darum, seine Wünsche erfüllt zu

bekommen, sondern es selbst anpackt.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Rechtfertigt dieser Kontrast auch den Einsatz von Mitteln wie das

Anbringen von satanischer Symbolik auf Kirchenwänden, Kirchen- oder

Friedhofsschändungen, oder halten Sie das für falsch?


Frater LaShTal-NHSH: Wie niveaulos schätzen sie mich denn ein? Dies ist nicht satanisch!

Damit haben Satanisten nichts zu tun! Solche Aktionen sind mehr für Grufties oder gelangweilte

Jugendliche, die meinen besonders böse sein zu müssen.

Es ist traurig, dass es so etwas gibt. Dadurch erfährt der Satanismus eine denkbar schlechte

Reputation.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Welche Art der Auseinandersetzung mit dem Christentum halten

Sie für legitim?


Frater LaShTal-NHSH: Die Art der Auseinandersetzung mit dem Christentum sollte konstruktiv sein.

Es gibt auch hier positive Sachen, wie z.B. die Toleranz, die im Neuen Testament gepredigt wird.

Diese steht zwar im krassen Gegensatz zum zornigen und strafenden Gott des Alten Testaments,

aber vielleicht hat auch Gott dazugelernt.

Ich möchte nochmals betonen, dass die ganzen Schmierereien oder auch Blasphemien für mich nicht

vertretbar sind, weil ich eine andere Art des Satanismus internalisiert habe.

Für mich ist es auch Toleranz und Verständnis.

Allerdings bin ich nicht ganz so friedfertig, wie ich mich hier gerade gebe.

Denn ich bin auch der Meinung, dass es durchaus gerechtfertigt ist, seine eigenen Interessen mit aller

Härte durchzusetzen. Vor allem auch dann, wenn mir einer ans Leder will.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Frater Eremor, der für Sie ja offenbar ein Wegbereiter war, betont

in seinem Buch „Im Kraftstrom des Satan-Set“, dass es für einen Magier wichtig ist ein

normales“ Leben, einen Beruf und einen ausgewogenen Lebensrhythmus und

Alltagspflichten, sowie intensive Kontakte zu Menschen zu haben, die mit Magie nichts zu tun

haben. Hiermit, so Frater Eremor, könnten „ ungesunde Höhenflüge “ vermieden werden.

Halten Sie sich an diese Aussage?


Frater LaShTal-NHSH: Erstens ist Eremor für mich kein Wegbereiter.

Zweitens neige ich sowieso nicht zu Höhenflügen oder Größenwahnsinn.

Drittens sagt dies auch Franz Bardon in seinem Buch: Der Weg zum wahren Adepten.

Und Bardon ist wahrlich alles andere als Satanist.

Er war durch und durch christlich, hatte aber ein hohes Interesse an Magie und war auch eine Art

Wegbereiter.

Durch Ihn habe ich auch viel gelernt.

Wie bereits erwähnt, soll man sich seine Anreize von überall holen.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Der Ordo Templi Luciferi trägt auf der Eingangswebseite im

Internet das Symbol des Baphomet.

Für den Baphomet gibt es verschiedenste Deutungsformen.

Das ursprüngliche Symbol der Templer befindet sich in der ersten Darstellung in Eliphas Levi

Schriften. Allerdings steht hier Satan weniger für das Prinzip des „Bösen“ als für den vom

Christentum „verteufelten Wissenden“, der die geheimen Gesetze des Universums

durchschaut und sich den herrschenden Mächten nicht beugen will.

Für satanische Orden steht das Baphometsigill aber auch für den Bockskopf, der in einem auf

den Kopf gestellten Pentagramm gezeichnet ist und das pervertierte Böse darstellt.

Was bedeutet das Symbol für den O.T.L.?




Abbildung oben: Baphomet des satanischen Ordens „Ordo Templi Luciferi“ (O.T.L.)

Abdruckgenehmigung von Frater LaShTal-NHSH 3.8.4. für die Aufklärungsgruppe Krokodil erhalten.



Frater LaShTal-NHSH: Das ist nicht das pervertierte Böse. Der Bockskopf ist Symbol für die

Fruchtbarkeit.

Er ist auch eine Huldigung an Pan, dem Gott der Lebensfreude.

Die Ohren, welche die linken und rechten Spitzen ausfüllen sind ein Zeichen für die Polarität.

Das inverse Pentagramm ist ein Zeichen für die Weiblichkeit.

Die Bezeichnung Baphomet kommt wahrscheinlich aus dem Arabischen.

Es könnte sich um eine Verballhornung des arabischen Wortes abufihamet oder bufihamet (so hat es

sich in Spanien zur Zeit der Mauren entwickelt ) handeln.

Das Wort bedeutet Vater der Weisheit.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Ist dieses Logo auf dem Eingangsportal im Internet auch

gleichzeitig das Lamen des Ordo Templi Luciferi?


Frater LaShTal-NHSH: Ein Lamen als solches gibt es nicht.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Nach Aussage des O.T.L. auf der Internetseite hat „Satan-Luzifer

eine Entität und Wesenheit. Er ist der Ursprung allen Seins, indem er die Menschen vorantreibt.

Immer und immer wieder… Er ist Ideengeber und inspiriert die Menschen“.

Dies wollen sie in Ritualen und Meditationen erarbeiten.

Dazu bedient sich der Ordo Templi Luciferi aller möglichen Richtungen:

Sexualmagie, Runenmagie, Chaosmagie, Sigillenmagie und Meditationen.

Praktizieren Sie in ihrem Orden auch die Elemente Weihe (Einweihung durch Set)?


Frater LaShTal-NHSH: Es gibt lediglich eine Initiation.

Wenn sie diese als Weihe betrachten möchten, dann ja.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Haben Sie für diese Initiation auch „ eine geweihte Hostie aus

einer Kirche entführt “ oder haben sich anders beholfen?


Frater LaShTal-NHSH: Solche primitiven Sachen brauche ich nicht. Ich respektiere andere

Glaubensformen.



Aufklärungsgruppe Krokodil: Aus Dialogen mit anderen satanischen Gruppierungen ergibt

sich vielmals, dass man Wert auf vegetarische Lebensführung legt. Hintergrund hierbei ist das

Thema Blut & Rituale. Ist dies auch so beim O.T.L.?


Frater LaShTal-NHSH: Ich könnte mich niemals vegetarisch ernähren.

Außerdem lehnen wir Blutrituale ab.


Aufklärungsgruppe Krokodil: In den Ritualen Azraels und in der Willensbekundung dazu,

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geht es darum „allen Formen des Todes zu begegnen und vor keiner zurückzuschrecken“ .

Einerseits wird darauf hingewiesen niemals ein Grab oder einen Leichnam zu schänden oder

zu entheiligen oder für seine Zwecke zu missbrauchen, andererseits wird hier empfohlen sich

in einem Schlafsack dicht neben den Toten zu legen und der Stille zuzuhören.

Wie soll ich mir diesen Widerspruch erklären? Finden diese im Ordo Templi Luciferi

Anwendung?


Frater LaShTal-NHSH: Nein. Aber man kann diesem auch meditativ begegnen.

Das habe ich ebenfalls in meinem „ Opus Thanatos “, einer Meditation, zum Ausdruck gebracht.

Die Totenruhe wird niemals gestört werden.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Wie muss man sich dieses Ritual in der Praxis vorstellen?


Frater LaShTal-NHSH: Zu meinem Opus Thanatos:

Übersetzt bedeutet es das " Werk des Todes ".

Thanatos ist altgriechisch und bedeutet Tod.

Es geht bei diesem Ritus oder vielmehr Meditation darum, sich auf die jeweiligen Elemente

(Feuer, Luft, Wasser, Erde) und deren Urgewalt, die sowohl konstruktiv als auch destruktiv sein kann,

einzulassen. Weiterhin ist es eine Reise von der Geburt bis zum Tod.

Es ist eine geführte Meditation. Die Reise beginnt im Osten.

Der Osten ist die Himmelsrichtung des Sonnenaufgangs.

Hier entsteht ein neuer Tag und ist auch ein Aspekt für die Geburt.

Etwas neues ist am Entstehen.

Gleichzeitig soll man sich auf das Element Luft einlassen und imaginieren, wie es den Körper nährt,

aber auch zerstört. Hier imaginiert man sich als weiß gekleidetes Kind.

Dann reist man nach Süden und imaginiert sich als Jugendlicher in roter Kleidung und verfährt mit

dem Element Feuer wie bereits beschrieben. Anschließend geht die Reise weiter nach Westen. Dort

imaginiert man sich als Mann, blau gekleidet, im besten Alter (oder auch als Frau) und verfährt auch

hier wie vorher. Dann geht die Reise weiter nach Norden. Hier imaginiert man sich als alten Mann, der

braun gekleidet ist. Der Norden steht für die Erde.

Die Erde ist sowohl fruchtbar, als auch todbringend (Grubenunglück, Erdbeben).

Und zur Erde kehrt man irgendwann auch zurück. Nur ein Satanist bleibt beim Feuer hängen. Hier

stellt man sich ein riesiges Gebirge vor, das man zu erklimmen hat.

Und wenn man so erschöpft ist, dass man kurz vor dem Tod steht, geht man über eine Hängebrücke,

die in einer schwindelnden Höhe über einem Abgrund befestigt ist und an deren Ende sich ein

rötliches Licht, ähnlich eines Sonnenaufgangs, leuchtet.

Ist man an der anderen Seite angelangt, realisiert man, dass man sich wieder im Osten befindet und

alles nur ein sich stetig wiederholender Zyklus ist.

In Teilen des Rituals habe ich mich am sogenannten „Wachtturmritual“ des Wicca-Kultes orientiert.

Der Name des Rituals hört sich zwar etwas negativ an, aber diese Meditation ist eigentlich für einen

Satanisten schon fast esoterisch.

Ich habe es anlässlich eines Treffens des „Current of Set“ zum Besten gegeben und es wurde von

allen Beteiligten durchaus positiv beurteilt.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Im Ordo Templi Luciferi finden auch unter dem Überbegriff

Sexualmagie“ sexualmagische Ritual-Praktiken statt.

Sie weisen darauf auf ihrer Internetpräsenz hin.

Beinhalten diese auch den Bereich der Kundalina-Kamakala, Tantrischen Meditation und

Gruppen-Meditaton, sowie der „Missa“ so wie von Frater Eremor „Im Kraftstrom des Satan-

Set“ beschrieben?

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Frater LaShTal-NHSH: Die Missa findet bei uns keine Anwendung.

Auch die anderen Rituale nicht.



Aufklärungsgruppe Krokodil: In der „Missa XI.V.“ wird festgestellt, dass die Priesterin die

(6)

dunkle Göttin „Nephtys“ darstellt und der Priester den toten „Osiris“. Beide sind unbekleidet.

Im Verlauf der Zeremonie löscht „Nephtys“ die Lichter im Tempel und beginnt den Phallus des

Priesters zu erwecken, in dem dieser oral stimmuliert wird.

Schließlich, so heißt es „reitet sie den Leichnam, bis er die Essenz seiner Lebenskraft in sie

ergießt“ usw.

Ist die Bereitschaft zu solchen oder ähnlichen Praktiken in jedem Fall erforderlich oder jedem

freigestellt?


Frater LaShTal-NHSH: Sie ist, wie bei allem freigestellt.

Dieses Ritual wird bei uns aber ebenfalls nicht praktiziert, da es der Tradition des „Current of Set“

entstammt.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Was ist mit dem „Passwort zum Kraftstrom des Set“ gemeint?

(6)


Frater LaShTal-NHSH: Das ist ein gemeinsames Wort, das uns miteinander verbindet und den

Zugang eröffnen soll.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Wird die sogenannte Satanische Taufe von Kindern (ähnlich der

nach LaVey) im Ordo Templi Luciferi praktiziert? Gibt es eine?


Frater LaShTal-NHSH: Nein, gibt es nicht. Ich würde nie mein Kind satanisch taufen lassen.

Jeder sollte seinen Weg selbst bestimmen. Ich würde es aber auch nicht einer christlichen Taufe

unterziehen.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Werden bei den Ritualpraktiken im Ordo Templi Luciferi auch

Tiere eingesetzt?


Frater LaShTal-NHSH: Nein.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Praktiziert der “Ordo Templi Luciferi” auch die Zeromonie der

Ecclesia Gnostica Catholica“?

(7)


Frater LaShTal-NHSH: Nein.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Hat der Ordo Templi Luciferi gegenüber seinen Mitgliedern eine

Schweigeverpflichtung abverlangt (Arkandisziplin)?


Frater LaShTal-NHSH: Ja. Natürlich soll keiner die Identität eines anderen preisgeben.

Mehr aber auch nicht.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Hat der Ordo Templi Luciferi für Missachtungen

Strafen/Ahndungen vorgesehen? Wenn ja für welche Verstöße?


Frater LaShTal-NHSH: Ja. Sollte jemand die Schweigeverpflichtung, die ich genannt habe,

missachten, wird er ausgeschlossen.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Hat der Orden Ritualpraktiken in denen Selbstverletzungen oder

Selbstbestrafungen stattfinden bzw. abverlangt w erden?

(8)


Frater LaShTal-NHSH: Nein.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Verlangt der Orden eine Beitragsgebühr? Mitgliederbeitrag?

Jahresgebühr oder ähnliches?


Frater LaShTal-NHSH: Nein.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Satanische Orden werden in der Presse immer wieder mit

rituellem Kindesmissbrauch und mit rituellem Missbrauch in Verbindung gebracht.

Gibt es den ihrer Meinung nach in bestimmten Orden oder sind dies nur Hirngespinste wie es

das satanische Lager angibt?



Frater LaShTal-NHSH: Es gibt, wie auch bei den Christen, überall Psychopathen.

Aber dies hat nichts mit dem Satanismus zu tun, wie ich ihn verstehe.

Außerdem ist Satanismus gut für jedes Sommerloch.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Gab es mal eine Begebenheit in ihrem okkult-satanischen

Erleben, die Sie selbst als Verabscheuungswürdig gehalten haben und die mit ihrem

Verständnis nichts mehr zu tun hatte?


Frater LaShTal-NHSH: Gab es noch nicht.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Der Ordo Templi Luciferi berichtet auf der Internetseite über das

Ritual A Set“. Set war, so heißt es auf der Internetseite, im früheren Ägypten nicht nur der

Gott der Unterw elt, sondern auch Gott des Kampfes und des Krieges. Daher w urde er auch

Roter Gott der Wüste “ genannt. Was verkörpert er für Sie persönlich?


Frater LaShTal-NHSH: Set ist für mich eine besondere Intelligenz, die weder gut noch böse ist.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Untersteht der Ordo Templi Luciferi einem übergeordneten

Chapter / Califat oder ist dieser eigenständig?


Frater LaShTal-NHSH: Wir sind eigenständig.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Ist es angedacht sich ähnlich des OTO auch in Camps oder

sonstige länderübergreifende kleinere Einheiten zu formieren?


Frater LaShTal-NHSH: Das kommt auf die Stärke der jeweiligen Mitgliederzahl an und ist durchaus

denkbar.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Wenn Sie schon keine präzise Aussage dazu machen w ollen, wie

viel Mitglieder der Ordo Templi Luciferi hat, geben Sie mir doch wenigstens einen

Anhaltspunkt: Unter Hundert, mehr als Hundert, mehr als Zweihundert?


Frater LaShTal-NHSH: Leider weniger als hundert.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Stellen Sie sich vor, Sie gehen auf eine einsame Insel und

müssten sich entscheiden welche drei Gegenstände sie mitnehmen.

Welche nimmt Frater LaShTal-NHSH 3.8.4. mit? Welche sind für ihn am wichtigsten?


Frater LaShTal-NHSH: Meine Stereoanlage und Bücher, sowie die Frau, die ich liebe.


Aufklärungsgruppe Krokodil: Wie definieren Sie das Wort „Satanismus“, wenn sie nur drei

Begriffe verwenden können, die Sie nach deren Wichtigkeit ordnen müssen?


Frater LaShTal-NHSH: Satanismus ist:

Erkennen des Göttlichen Selbst

Lebensphilosophie

Suche nach Werden


Aufklärungsgruppe Krokodil: Wie definieren Sie das Wort „Jugendsatanismus“, wenn sie nur

drei Begriffe verwenden können, die Sie nach deren Wichtigkeit ordnen müssen?


Frater LaShTal-NHSH: Jugendsatanismus:

Rebellion

Suche nach dem Sinn des Lebens

Religionsfrust


Aufklärungsgruppe Krokodil: Wie definieren Sie das Wort „Heidnisch“, wenn sie nur drei

Begriffe verwenden können, die Sie nach deren Wichtigkeit ordnen müssen?


Frater LaShTal-NHSH: Heidnisch:

Rückkehr zu den Wurzeln ( Traditionalismus )


Verehrung der alten Götter im Sinne einer Religion

Suche nach dem Selbst


Aufklärungsgruppe Krokodil: Anton Szandor LaVey, Begründer der „Church of Satan“ schrieb:

Der Satanist kann jederzeit Märchen erfinden, die es mit denjenigen der Heiligen Schrift

aufnehmen können, denn sein Wissen beruht auf der Quelle der Phantasie..“ .

(9)

Hand aufs Herz: Haben Sie mir jetzt Märchen erzählt?


Frater LaShTal-NHSH: Nein. Aber vielleicht habe ich jetzt gelogen?




Mein Interview-Partner erklärte sich einverstanden, dass ich das, vom O.T.L. benutzte

Baphometsymbol mit abdrucken darf.

(10)

Ich habe es innerhalb dieses Textes zweimal verwendet.

Frater LaShTal-NHSH wies mich auch daraufhin, dass vermutlich im Jahr 2005 sein Buch erscheinen

wird.

Seine letzten Ausführungen mir gegenüber waren:

Einen weiteren Kontakt könnte ich mir ebenfalls gut vorstellen.

Sollten Sie bezüglich dieses Themas irgendwelche Fragen haben, können Sie sich jederzeit an

mich wenden. Vielleicht kann ich helfen.“

(10)


(1) Erste Email-Anfrage vom 01.12.2004 an Frater LaShTal-NHSH 3.8.4. vom „Ordo Templi Luciferi“

(2) Internetpräsenz des „Ordo Templi Luciferi“ unter: http://www.ordotempliluciferi.de.vu

(3) Erste E-Mail-Antwort vom 03.12.2004 von Frater LaShTal-NHSH 3.8.4. vom „Ordo Templi Luciferi“

(4) Exclusiv-Interview mit Frater LaShTal-NHSH 3.8.4. vom „Ordo Templi Luciferi“ vom 11.12.2004

(5) Buch „Im Kraftstrom des Satan-Set- Der Pfad der dunklen Einweihung“

2. erweiterte Auflage, September 2001, Verlag Second Sight Books I. Meyer, Berlin

ISBN 3-935684-02-9, Seite 14 (Frater LaShTal-NHSH 3.8.4 schreibt über den Autor des Buches Frater Eremor)

(6) Buch „Im Kraftstrom des Satan-Set- Der Pfad der dunklen Einweihung“,,,

2. erweiterte Auflage, September 2001, Verlag Second Sight Books I. Meyer, Berlin

ISBN 3-935684-02-9, vom Autor Frater Eremor.

(7) Ecclesia Gnostica Catholica (auch: I`Eglise Catholique Gnostique oder Gnostisch Katholische Kirche):

Wird auch praktiziert von der „Astarte Lodge“ des „Ordo Templi Orientis Deutschland“, Berlin, und umfasst eine

perfertierte Form einer christlichen Messe. Hier handelt es sich um eine gnostische neosatanistische, im Stil einer

Kirche aufgezogene Gemeinschaft, deren jeweilige Leiter für ihr „bischöfliches“ Amt sogar die apostolische

Sukzession für sich in Anspruch nehmen. Es handelt sich um eine Tochter-Gründung des Ordo Templi Orientis

(OTO). Das Ritual (canon missae) stammt von Aleister Crowley (vgl. Friedrich-Wilhelm Haack:Jugendspiritismus und

-satanismus, S. 21).

Bei der Astarte Lodge heißt es: „Der OTO umfasst überdies die EGC, die Gnostisch Katholische Kirche, die durch Dr.

Gerard Encausse (Papus) im Jahre 1908 dem OTO angegliedert wurde. Bei der EGC handelt es sich um eine

thelemitische und religiöse Gemeinschaft, die sich dem Fortschritt des Lichts, des Lebens, der Liebe und der Freiheit

vermöge des Gesetzes von Thelema gewidmet. Im Mittelpunkt der Aktivität der EGC steht das Zelebrieren der

Gnostischen Messe, Liber XV, die von Aleister Crowley im Jahre 1913 für den OTO verfasst worden ist. Die

Mitgliedschaft in der EGC wird durch Taufe und Kommunion erlangt. Alle Mitglieder des OTO von gutem Leumund

können sich für eine klerikale Unterweisung und Ordonation in der EGC bewerben. Viele der Körperschaften des

OTO zelebrieren die Messe regelmäßig, in den meisten Fällen ist eine formale Bindung an den OTO nicht

erforderlich, um an der Messe teilnehmen zu können, jedoch, wird erwartet, dass die Besucher an der Kommunion

teilnehmen.“

Internetausdruck „Ecclesia Gnostica Catholica“ der Astarte Lodge, unter:

http://www.oto.de/egc_dt.html , DL 18.11.2003

(8) 1982 gründete Michael Dietmar Eschner in Berlin den „Thelema-Orden des Argentum Astrum e.V.“ Im Kult herrschte

eine „psychisch weitgehende Überwachung“. Im Rahmen von Konditionierungen setzte es „Sektenstrafen“, so

mussten sich Sektenmitglieder im Zuge der Konditionierungsmaßnahmen „mit Rasierklingen Schnittwunden

beibringen“ oder ihnen wurden „schmerzhafte Daumenbisse“ zugefügt (vgl. Buch Fromm: „Satanismus in

Deutschland- Zwischen Kult und Gewalt“, Olzog Verlag München, ISBN 3-7892-8119-0, 2003, Seite 110 (als Quelle

nennt er die Bezirksregierung Lüneburg, 407, 25.09.1986 Seite 15). Im Satanischen Orden der sich „The Black

Omen“ (TBO) nannte, schilderte Ramona K.: „Jeder Neue musste einen Hund oder ein anderes Tier töten. Als ich

mich weigerte, haben sie ein Feuer gemacht, ein Messer darüber erhitzt und mir auf dem Arm eine dreieckige

Brandnarbe eingeritzt.“ (vgl. Schwarzbuch Satanismus-Innenansicht eines religiösen Wahnsystems, von den

Zwillingsbrüdern Guido und Michael Grandt, 1995, Seite 35 und Zusammenfassung der Ermittlungen über den Orden

The Black Omen“ (TBO) mit Tagebuch im Original von Ramona K. und Drohschreiben eines „Thomas B. Olsen“

unter: http://www.relinfo.ch/satanismus/tbo/tagebuchtitel.jpg , DL 29.10.2003.

(9) Anton Szandor LaVey „Die Satanische Rituale“, Second Sight Books, Berlin, 1. Auflage Okt. 1999, Seite 26,

ISBN 3-00-005255-0.

(10) Email-Verkehr vom 15.12.2004



© Sto/Aufklärungsgruppe Krokodil/Dezember 2004